Bei einer Gewalttat wurden am Montag in Stade sechs Menschen getötet. Die Stadt steht unter Schock. Während einer Andacht mit Ministerpräsident Lies und Landesbischof Meister hatten Menschen am Dienstagabend Gelegenheit, ihrer Trauer Raum zu geben.
In einer Trauerandacht hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) am Dienstagabend der Opfer der tödlichen Schüsse in einer Stader Jugendhilfeeinrichtung gedacht und zu Zusammenhalt aufgerufen. „Wir sind im ganzen Land vereint in der Trauer und auch in der Wut darüber, dass so etwas passieren kann“, sagte Lies in der nahezu überfüllten St. Wilhadi-Kirche in Stade. Es sei unerträglich, dass sechs Menschen aus dem Leben gerissen worden seien, die anderen geholfen und sich für ein gutes Miteinander eingesetzt hätten.
„Wie reagieren wir auf einen Menschen, der unsagbares Leid über seine Mitmenschen bringt?“, fragte der Ministerpräsident vor hunderten Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes. Lies betonte, das Böse dürfe niemals siegen, auch wenn es sich augenblicklich für viele Menschen so anfühle.
Friedländer-Zitat als Ermutigung
Er verwies auf einen berühmt gewordenen Ausspruch der 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer: „‚Sei Mensch.‘ Das ist für mich der Halt, der Trost, die Hoffnung. Wir lassen uns die Liebe zu anderen Menschen von niemandem nehmen“.