Was kommt bei kirchlichen Veranstaltungen auf den Teller? Um diese Frage ging es beim diesjährigen Treffen von Kirche und Landwirtschaft. Im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa begrüßten Regionalbischöfin Sabine Preuschoff (Stade) und Alexander von Hammerstein, Landvolkvorsitzender des Kreisverbandes Bremervörde-Zeven, 60 Teilnehmende aus Landvolk, Landfrauen und evangelischer Kirche.
Maximilian Szczesny (Hagen im Bremischen) und Nina von der Lieth (Geestland) nahmen unter der Moderation von Superintendent Albrecht Preisler aus Bad Bederkesa Stellung. Szczesny plädierte als Vertreter der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises Wesermünde für eine vegetarische Ernährung. „Wir haben einen Beschluss unseres Kirchenkreisjugendkonventes, dass wir auf Fortbildungen für Teamer vegetarisch essen und damit ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Bei Kinder- und Jugendfreizeiten gibt es beides: vegetarisches Essen und solches mit Fleisch.“ Nina von der Lieth sprach sich als Junglandwirtin und Vertreterin der Landjugend dagegen für eine individuelle Entscheidung aus. „Für mich ist wichtig, in welcher Form Tiere gehalten werden. Eine nachhaltige Landwirtschaft ist auf Tierhaltung angewiesen, denn Nutztiere sind für die Landschaftspflege nötig und verwerten die Pflanzen, die für uns nicht essbar ist.“
Zuvor hatte Jan Heusmann, Agraringenieur und Milchviehhalter aus Loxstedt, einen Einblick zum Klimaschutz in der Landwirtschaft gegeben. „Die Reduktion der Emissionen in der Landwirtschaft entsprechen den Zielen, die die EU uns vorgibt“, berichtete er. Wissenschaftler würden zudem der Meinung sein, dass eine klimaschonende Erzeugung von Lebensmitteln nur mit Nutztieren möglich sei. „Auf ein Kilogramm pflanzliche Lebensmittel fallen etwa vier Kilogramm nicht essbare Biomasse an, die dann von den Tieren verwertet wird. Sie sind Teil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.“
Pastorin Cornelia Möller, Referentin für Land- und Ernährungswissenschaft im kirchlichen Dienst auf dem Lande in Niedersachsen, erläuterte die biblische Sicht zu Ernährungsfragen. „Der Einzelne verantwortet in der christlichen Tradition die Frage, welches Essen das richtige ist, nicht Gesetze und Regeln.“ Bebauen und Bewahren der Schöpfung stehe dabei im Vordergrund, gepaart mit Entscheidungen zu Tierwohl, Klimaschutz und Landschaftspflege. „All diese Aspekte sind verwoben in der Frage: Was kommt bei uns auf den Teller?“
Das Treffen endete mit Berichten aus der Landwirtschaft zur Dürre in diesem Jahr, die viele Betriebe vor große Herausforderungen stelle. In ihrer Andacht dankte Regionalbischöfin Sabine Preuschoff allen, die auch unter widrigen Bedingungen Landwirtschaft betreiben würden. „Danke für Ihre Arbeit, für Ihr Wissen, für Ihre Geduld und für Ihre Verantwortung. Und auch für die Bereitschaft, immer wieder mit Unsicherheit zu leben.“ Kirche und Landwirtschaft würden gemeinsam die Frage nach der Verantwortung beim Essen stellen. „Wir müssen darüber reden, wie wir mit unserer Erde umgehen. Wie wir produzieren und konsumieren. Was wir auf unseren kirchlichen Tischen anbieten.“
Das Treffen „Kirche und Landwirtschaft“ findet jährlich in gemeinsamer Verantwortung der evangelischen Kirche im Sprengel Stade und dem Landvolk zwischen Elbe und Weser Anfang September statt.
Sonja Domröse, Pressesprecherin Sprengel Stade