„Wir müssen kreativ werden“

Nachricht Rotenburg, 10. März 2025

Kirchenkreissynode konstituiert sich und muss mit massiven Finanzkürzungen planen

Ihre Arbeit erfolgt hauptsächlich abseits der öffentlichen Wahrnehmung und doch ist sie von enorm großer Bedeutung für das kirchliche Leben im Kirchenkreis Rotenburg. Die Kirchenkreissynode ist quasi das Parlament eines Kirchenkreises und entscheidet unter anderem über die Verteilung des Personals und der Haushaltsmittel. Jetzt kamen die Abgeordneten aus den 17 Kirchengemeinden und der Kapellengemeinde im Haus Niedersachsen der Rotenburger Werke zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Dabei machte Superintendent Dr. Michael Blömer gleich zu Beginn deutlich, dass die kommende Legislaturperiode eine ganz entscheidende sein wird. Denn hier müssen die Weichen für eine kirchliche Arbeit gestellt werden, die mit massiven Kürzungen der Finanzmittel einhergeht. „Die Landeskirche rechnet in zehn Jahren mit 30 Prozent weniger Geld“, sagt Blömer. Denn Kirchenaustritte und demografischer Wandel nehmen weiterhin stark zu. Und obwohl der Kirchenkreis Rotenburg noch leicht besser als der Durchschnitt der gesamten Landeskirche Hannovers dasteht, lagen auch hier die Mitgliederverluste im Jahr 2022 bei 2,8 Prozent. Zwar mussten die Kirchenkreissynoden in den vorangegangenen Jahren auch bereits mit Kürzungen umgehen. Aber die lagen zuletzt bei zehn Prozent.

„Aktuell sind die Kürzungen noch moderat. Ab 2029 werden wir aber in allen Bereichen schmerzhafte finanzielle Einschnitte haben und müssen kreativ werden. Die kirchliche Arbeit wird sich verändern“, beschreibt es der Superintendent. Er geht davon aus, dass nicht mehr jede Kirchengemeinde eine eigene Pfarrstelle haben wird. Auch muss der Gebäudebestand auf den Prüfstand kommen. „Kirchen, Gemeindehäuser, Pfarrhäuser – wir werden als Kirchenkreis nicht alle auf Dauer finanzieren können.“ Dazu kommt noch ein von der Landeskirche verfügtes Klimaschutzmanagement. Es sieht eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis Ende 2035 im Vergleich zu 2023 vor.

Die Stimmung der Anwesenden war trotz dieser schwierigen Ausgangssituation optimistisch. Sie sehen sich für die anstehenden Aufgaben gut aufgestellt. Die Kirchenkreissynode vereint die Kompetenzen von aktuell 51 Mitgliedern – gewählten und berufenen, erfahrenen und ganz neuen – die sowohl aus dem Haupt- als auch aus dem Ehrenamt stammen. Gemeinsam werden sie in sieben Ausschüssen (Planung, Bau, Diakonie, Öffentlichkeitsarbeit, Jugend, Musik sowie Sonstiges) arbeiten und ihre Ergebnisse zusammentragen. Sie alle leitet ein großes Ziel: Sie wollen es weiterhin gewährleisten, dass Gottes Liebe in Wort und Tat verkündet wird. Und dafür sind sie entschlossen, auch neue Wege zu finden.

Großen Raum nahmen an diesem Tag die Wahlen der verschiedenen Gremien ein: In das Präsidium der Kirchenkreissynode wurden gewählt: Hartmut Ladwig aus Rotenburg (Vorsitzender), Bernd Luttman aus Brockel (stellvertretender Vorsitzender), Christian Relius aus Rotenburg (Beisitzer) und Inger Norrenbrock aus Lauenbrück (Beisitzerin). Diese Gruppe kümmert sich um die Vorbereitung der Sitzungen des Plenums.

Inhaltlich führt der Kirchenkreisvorstand die Geschäfte des Kirchenkreises. Kraft seines Amtes gehört Superintendent Dr. Michael Blömer diesem Gremium automatisch an. Gewählt wurden als weitere Ordinierte Johanna Schröder (Scheeßel), Lars Rüter (Lauenbrück) und Constanze Ulbrich (Sottrum). Die Nicht-Ordinierten sind Jürgen Albsmeier (Fintel), Ralf Böhling (Neuenkirchen), Frank Heyden (Schneverdingen), Petra Korte (Heber), Christine Luttmann (Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede) und Isabel Salmen (Sottrum).

Zum Kirchenkreis Rotenburg gehören 17 Kirchengemeinden im Altkreis Rotenburg und im Landkreis Heidekreis. Sie verteilen sich auf fünf Regionen, von denen jede eine der großen Gemeinden mit Mehrfachpfarrstelle umfasst: Rotenburg, Scheeßel, Schneverdingen, Sottrum und Visselhövede. Weiterhin dazu gehört die Kappellengemeinde Wittorf. Eine besondere Stellung hat die Gemeinde Zum Guten Hirten, die als Diakoniegemeinde das kirchengemeindliche Leben des Diakonissen-Mutterhauses und der Rotenburger Werke gestaltet. Der Kirchenkreis Rotenburg hat 49.000 Mitglieder.

Anette Meyer, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Rotenburg