Mehr als 100 pädagogische Fachkräfte aus den neun Kitas des Kita-Verbandes Bremervörde-Zeven kamen am 9. Oktober in der Freizeit- und Begegnungsstätte Oese zusammen, um sich einen Tag lang intensiv mit dem Thema „Demokratie in der Kita“ zu beschäftigen. Schon beim Ankommen war die Atmosphäre lebhaft – und es wurde den Tag über gelacht, diskutiert und nachgedacht. Unter dem Motto der gleichnamigen landeskirchlichen Kampagne „Vielfalt leben, Hoffnung geben“ wurde deutlich: Demokratie ist nichts Abstraktes, sondern gelebter Alltag – auch schon mit den Jüngsten. Für das leibliche Wohl sorgte wie immer das Team der FuB Oese mit großartiger Bewirtung, was zusätzlich zu einer offenen und herzlichen Stimmung beitrug.
Demokratie braucht Haltung – und Vorbilder
Den Auftakt machte Maria Sinnemann, Referentin für Demokratiebildung und -förderung der Landeskirche Hannovers. Ihr Impulsvortrag „Demokratisch handeln – nur am Wahltag?“ spannte den Bogen von Grundgesetz und Menschenrechten bis hin zu Emotionen und Verantwortung im Alltag. Sinnemann machte deutlich: Demokratie ist weit mehr als ein politisches System – sie ist eine Lebensform, die von gegenseitiger Achtung, Respekt und Mitgefühl lebt. Bedroht wird sie überall dort, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Lebensweise abgewertet werden. Solche Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, so Sinnemann, gefährden nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern auch die Würde jedes Einzelnen.
Gerade für Christinnen und Christen sei das ein Auftrag: „Weil wir an einen Gott glauben, der jeden Menschen liebt, haben wir allen Grund, uns für Würde, Toleranz und Nächstenliebe einzusetzen.“ Demokratie und Glaube gehören für sie zusammen – beide brauchen Menschen, die Haltung zeigen, Grenzen benennen und in schwierigen Zeiten mutig widersprechen.