Was sieht ein Fremder, wenn er einen Mann mit Kippa im Zug, im Supermarkt oder an der Bushaltestelle erblickt? Mit dieser Frage beginnt Levi Israel Ufferfilge sein Buch Nicht ohne meine Kippa! Seine Antwort: eine Projektionsfläche, aber keinen Menschen mit eigenem Charakter und eigener Geschichte.
Am Dienstag, 10. November 2026, kommt Ufferfilge nach Bevern. Um 19 Uhr liest er im Haus der Gemeinde, Hauptstraße 29, aus seinem Buch. Er berichtet darin von seinen Erfahrungen als „sichtbarer Jude" in Deutschland, von Neugier und Vorurteilen, von unbedachten Bemerkungen und von offenem Antisemitismus. Nach der Lesung steht er für Fragen und Gespräch zur Verfügung.
Ufferfilge ist seit 2026 Rabbiner in Oldenburg. Sein Buch ist 2021 im Tropen Verlag erschienen.
Der Termin liegt bewusst einen Tag nach dem 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938.
„Ich freue mich sehr, dass Rabbiner Levi Ufferfilge zu uns nach Bevern kommt. Als Kirchengemeinde ist es unsere Aufgabe, Antisemitismus entgegenzutreten, ganz egal aus welcher Richtung er kommt und wie er sich äußert“, sagt Kristian Goletz, Pastor in Bevern.
Die Lesung findet im Rahmen des Projekts In Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft – Gemeinsam gegen Antisemitismus statt. Gefördert wird sie vom Fonds Frieden stiften der Landeskirche Hannovers. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Zeit und Ort: Dienstag, 10. November 2026, 19 Uhr, Haus der Gemeinde, Hauptstraße 29, Bevern
Das Projekt „In Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft – Gemeinsam gegen Antisemitismus“ möchte Kirchengemeinden und Kirchenkreise ermutigen, sich intensiv mit Antisemitismus und den christlich-jüdischen Beziehungen auseinanderzusetzen. Dieser Austausch bereichert nicht nur das Gemeindeleben, sondern stärkt auch das gemeinsame Glaubensverständnis.
Antisemitismus ist eine drängende gesellschaftliche Herausforderung – nicht erst seit dem 7. Oktober 2023. Jüdische Gemeinden werden bedroht, Jüdinnen und Juden angegriffen. Viele ziehen sich zurück, weil sie Angst haben, ihr Jüdisch-Sein öffentlich zu zeigen. Diese Entwicklung müssen wir gemeinsam stoppen!
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers verpflichtet sich in ihrer Verfassung, gegen jede Form von Judenfeindlichkeit vorzugehen und Begegnungen mit jüdischen Menschen sowie dem Judentum zu fördern. Gerade diese Begegnungen – das zeigt die Erfahrung – sind besonders wertvoll, um Vorurteile abzubauen und Verständnis zu schaffen.
Kirchengemeinde Bevern