In einem bewegenden Gottesdienst ist Pastorin Annette Seifert am 21. November in ihren Dienst als Gefängnisseelsorgerin der Justizvollzugsanstalt Bremervörde eingeführt worden. Superintendent Carsten Stock nahm die Einführung im Beisein von Mitarbeitenden der JVA, Vertretern der Kirche, Gefangenen sowie Gästen aus dem Kirchenkreis vor.
„Alle Menschen sind von Gott gleichermaßen geliebt“
In seiner Ansprache hob Superintendent Stock den biblischen Auftrag hervor, Menschen in allen Lebenssituationen zu begleiten – gerade auch in schwierigen oder belastenden Lebensphasen. Jesus selbst habe seinen Blick auf Menschen gerichtet, die hungrig, durstig, krank oder gefangen sind. „Alle Menschen – unabhängig davon, was sie getan haben oder nicht – sollen hören, dass sie von Gott geliebt sind“, so Stock.
Pastorin Seifert wird in ihrem Dienst Gefangene und Mitarbeitende begleiten, Gespräche führen, Gottesdienste gestalten sowie Räume der Stille und des Austauschs eröffnen. Die Seelsorge versteht sie dabei als respektvolle, absichtslose Begegnung, in der Menschen ernst genommen, wahrgenommen und verstanden werden. Für sie beginnt Seelsorge damit, Menschen in ihrer Würde zu sehen und ihnen einen geschützten Raum zu eröffnen.
Ein besonders bewegender Moment des Gottesdienstes war das „Ja“ der Gefangenen – ihre Bereitschaft, vertrauensvoll Kontakt zu Pastorin Seifert aufzunehmen und sich an sie zu wenden. Da sie bereits seit einigen Wochen in der JVA arbeitet, sei dies für sie ein starkes Zeichen des gewachsenen Vertrauens gewesen.