Mit einem festlichen Gottesdienst in der Bremerhavener Christuskirche verabschiedete sich Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder in den Ruhestand. Nach 20 Jahren im Leitungsamt der Gemeinden an der Wesermündung entpflichtete Regionalbischöfin Sabine Preuschoff (Stade) die 66-jährige Theologin aus ihrem Dienst.
„Du hast mit Klarheit, hohem Einsatz und Haltung dieses Leitungsamt ausgefüllt in einer Zeit, die für Kirche und Gesellschaft nicht einfach war und ist“, so Preuschoff im Gottesdienst. Angstfrei, frisch und fröhlich, mit einer robusten Sprache und einer tiefen Frömmigkeit habe Wendorf-von Blumröder ihren Dienst ausgeübt. Sie habe Gemeinden ermutigt, wenn sie vor Veränderungen standen, Konflikte ausgehalten und Entscheidungen getroffen, aber auch Hoffnungen geteilt und Enttäuschungen mitgetragen. „Du hast Kirche nicht verwaltet wie eine Institution. Du hast sie gelebt als Gemeinschaft von Menschen, die miteinander auf Gottes Wort hören und miteinander unterwegs sind.“
Preuschoff skizzierte den beruflichen Weg der scheidenden Geistlichen, der über das Studium der Evangelischen Theologie in Göttingen, Tübingen und Hamburg in das Amt der Gemeindepastorin zunächst in Ronnenberg und dann nach Empelde führte. 2006 folgte die Bewerbung auf die Leitungsstelle im Kirchenkreis Bremerhaven, dem sie als erste Frau in dieser Funktion vorstand. Besondere Leuchtpunkte seien in diesen zwei Dekaden der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) 2009 in Bremen und Bremerhaven, die Tauffeste an der Weser und die jährlichen „Tage im Grünen“ in Drangstedt für mehrere Hundert Kirche der Seestadt gewesen. Zukünftig sei nun mehr Zeit für Familie, aber auch für die weitere enge Verbindung zur jüdischen Gemeinde und einem Studienaufenthalt in der schottischen Kommunität auf der Insel Iona.
Wendorf-von Blumröder selbst betonte in ihrer Predigt wie wichtig es sei, miteinander Geschichten von Hoffnung und von gelingendem Leben selbst in Zeiten von Gefahr und Unsicherheit zu teilen. „Wir brauchen Mut. Wir brauchen aber auch Menschen, die auf Schuld und Hoffnung hinweisen.“ Es sei wichtig, das Gute zu verfolgen. „Das Gute für alle, auf gar keinen Fall nur für sich allein.“ Manchmal seien es Kleinigkeit, mit denen sich Menschen gegenseitig ermutigen könnten. „Aber wir brauchen auch einen wachen Verstand und einen klaren Kompass für das, was gut und das, was böse ist.“
Mit Blick auf die biblischen Texte und die christliche Tradition sei sie gewiss: „Wir brauchen diese Verwurzelung und können mit ihr immer wieder die Hoffnung feiern und stauen über Gott, der ein Liebhaber von uns Menschen ist.“
Der Gottesdienst wurde gestaltet von zahlreichen Mitgliedern des Kirchenkreises, den Amtskollegen der Superintendentin aus dem Elbe-Weser-Raum sowie einem Chor und der a-capella-Formation „5 Zylinder“. Mit Grußworten aus Politik, der Bremisch Evangelischen Kirche (BEK), der Ökumene sowie der Jüdischen Gemeinde wurde das Wirken Wendorf-von Blumröders im Anschluss an den Gottesdienst gewürdigt.
Sonja Domröse, Pressesprecherin Sprengel Stade