Der Journalist und Buchautor Ronen Steinke hat vor einer wachsenden Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Behörden gewarnt. „Polizei und Justiz kommt überhaupt nicht die Aufgabe zu, den Diskurs irgendwie zu beeinflussen“, sagte der Leitende Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“ am Sonntagabend laut Redetext beim Michaelisempfang des evangelisch-lutherischen Sprengels Stade. Behörden sähen sich gelegentlich in der Rolle, Debatten über Themen wie Migration oder den Nahostkonflikt einzudämmen. Dies schade einer lebendigen Demokratie.
In einer vielfältigen Gesellschaft müsse der Streit um gemeinsame Regeln zwingend ausgehalten werden. „Es muss gestritten werden“, betonte der promovierte Jurist in der Stader evangelischen St.-Wilhadi-Kirche. Zwar sei es richtig, Bürger vor digitaler Hetze im Netz zu schützen. Beim staatlichen Vorgehen gegen Hassrede werde mittlerweile jedoch weit über das Ziel hinausgeschossen.