Ein Pastor, der Lust auf Nachdenken und Begegnung macht

Nachricht Verden, 22. September 2025

Lukas Wünsch wird neuer Pastor am Verdener Dom

„Theater voll, Kirchen leer.“ Was der Philosoph Henrik Steffens schon Ende des 18. Jahrhunderts über seine Zeit sagte, klingt erstaunlich aktuell. Lukas Wünsch, neuer Pastor am Verdener Dom, beschäftigt diese Parallele. Er ist überzeugt: Kirche bleibt dann relevant, wenn sie Menschen spüren lässt, dass der Glaube ihr Leben wirklich bereichert.

Seit September ist der 32-Jährige offiziell im Amt. Nach seinem Vikariat in Osnabrück und Loccum und einer zweimonatigen Elternzeit, wird er am Sonntag, 28.09.25 um 15 Uhr im Verdener Dom ordiniert. Für ihn bedeutet der Neustart in Verden ein Stück Heimkehr: Aufgewachsen in der Kirchengemeinde Daverden, Schüler am GAW, kehrt er nun als Pastor in seine alte Heimat zurück.

Sein Weg führte ihn über Krelingen und Münster, wo er Evangelische Theologie studierte. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für die Kirchengeschichte der Aufklärung. „Mich fasziniert, wie Theologen damals nach neuen Antworten gesucht haben, als Kirche scheinbar an Bedeutung verlor. Vieles erinnert an unsere Situation heute.“ Statt in nostalgischem Rückblick zu verharren, nimmt er aus dieser Epoche Impulse mit: dass Glaube nicht im frommen Reden allein besteht, sondern sichtbar und erlebbar werden muss – im Alltag, in der Haltung, im Miteinander.

Dieses Anliegen möchte er auch in Verden leben. „Mein Ziel ist es, für Jesus zu begeistern und für gemeinsames Leben zu begeistern“, sagt Wünsch. Das heißt für ihn: Räume schaffen, in denen Menschen Glauben ausprobieren können. Dabei betont er, dass es nicht darum geht, eine fertige Frömmigkeit vorzugeben, sondern Menschen zu befähigen, ihre eigene Sprache des Glaubens zu finden.

Sprache und Geschichten faszinieren Lukas Wünsch, sein erster Berufswunsch war es Schriftsteller zu werden und es begeistert ihn Menschen über ihre Biografien kennenzulernen. Mit Lukas Wünsch kommt ein Pastor nach Verden, der Lust macht auf Begegnung und auf Nachdenken darüber, wie Glaube heute gelebt werden kann.

Anna-Lisa Mews, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Verden