Der neue Pastor der Verdener Domgemeinde

Nachricht Verden, 30. September 2025

Lukas Wünsch von Regionalbischof Friedrich Selter ordiniert

Lukas Wünsch ist der neue Pastor der Domgemeinde in Verden. Am Sonntag ordinierte Friedrich Selter, Regionalbischof aus Osnabrück, den jungen Geistlichen. Es ist für Wünsch, der mit seiner Frau Maren und seiner kleinen Tochter Mathea in der Domstadt lebt, die erste Pfarrstelle. „Echt schön wieder hier zu sein“, so sein Fazit nach den ersten Wochen Arbeit und Leben an der Aller. Denn der 32-Jährige stammt aus dem Landkreis Verden und kehrt nun nach 15 Jahren wieder zurück.

An seiner neuen Aufgabe schätzt Wünsch die Arbeit in einem großen Team, sowohl in der Gemeinde wie auch in der Region. „Ich bin überwältigt von der Vielfalt, die ich hier in den letzten vier Wochen bereits erlebt habe: Diese besondere Kirche, die fast immer offen ist zur Einkehr und die so viele Menschen besuchen; der Dom als wichtiger Veranstaltungsort auch für nichtkirchliche Akteure und Gruppen; und die breit aufgestellte und professionelle Kirchenmusik.“

Vielfalt erlebt der Pastor auch in der ökumenischen Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde und den Freikirchen. „Es gibt da diverse Anknüpfungspunkte“. Im Kirchenkreis gebe es zudem einen bereits laufenden Zukunftsprozess. Sein Wunsch dazu: „Eine gemeinsame Vision, wie die lebendige Botschaft unseres Glaubens Verden dienen kann. Dazu möchte ich mit eigenen Akzenten meinen Teil beitragen.“ Solch ein Akzent kann für ihn die Entwicklung eines „Kirche-Kino-Projektes“ sein. „Ich habe damit während meines Vikariats in Osnabrück unglaublich gute Erfahrungen gemacht. Gerade junge Erwachsene, aber auch Ältere, entdecken oft den Glauben über diesen untypischen Zugang.“ Sein Weg in das Pfarramt führte ihn über Krelingen und Münster, wo er Evangelische Theologie studierte. „Es gibt wenige Studiengänge, die es einem erlauben in so verschiedene Wissensbereiche einzutauchen wie das Studium der Theologie“, ist Wünsch noch heute begeistert. „Es geht um Weltgeschichte, Philosophie, Psychologe und Sprachwissenschaften.“

Für den Ordinations-Gottesdienst hatte Lukas Wünsch sich ein biblisches Wort aus dem Philipperbrief ausgesucht: „Ich vermag aber alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Philipper 4,13). Regionalbischof Friedrich Selter verband diesen Satz mit Lebensstationen des jungen Geistlichen: prägende Erfahrungen im Kindergottesdienst, Arbeit in einer Pfingstgemeinde, Engagement in der landeskirchlichen Gemeinschaft, schlussendlich die große Freude am Studium und die Faszination für Leben und Theologie Dietrich Bonhoeffers. „So, wie Sie selber immer wieder durch Menschen Anstöße für Ihr Leben erhalten haben, so wollen auch Sie mit Ihrer ganzen Person andere zum Glauben einladen und ihnen Begleiter sein – mit Schirm, Charme und Melone oder besser gesagt mit Batman-Sakko und Kollar-Hemd“, sagte Selter mit einem Schmunzeln. Zum Glauben einladen heiße dabei, Unterschiede und Freiheit gelten zu lassen. „Wo zu sehr auf Harmonie gemacht und Differenzen glattgebügelt werden, wo eigentlich gestritten gehört, da wird der menschliche Geist seiner Freiheit beraubt.“ Mission und damit das Weitersagen der guten Botschaft Gottes beginne vielmehr mit dem Wunsch, die anderen zu verstehen und ihre Situation wahrzunehmen.

Wichtig sei es, dabei im Team und ökumenisch unterwegs zu sein, um sich gegenseitig zu stärken, zu ermutigen und zu inspirieren. So dankte Selter allen Ehren- und Hauptamtlichen, die die einjährige Vakanz-Zeit in der Domgemeinde überbrückt haben.

Sonja Domröse, Pressesprecherin Sprengel Stade