Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, einen Ehrentag anlässlich des Geburtstags des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 zu begehen. Das Bewusstsein für die verfassungsmäßigen Grundlagen der Demokratie solle damit gestärkt werden.
Regionalbischöfin Sabine Preuschoff, Repräsentantin der evangelisch-lutherischen Gemeinden im gesamten Elbe-Weser-Raum, unterstützt diese Kampagne ausdrücklich. Gemeinsam mit den Leitenden Geistlichen der neun Kirchenkreise des Sprengels Stade verbindet sie mit dieser Unterstützung ein aktives Eintreten für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt.
Sie positioniert sich zudem zu den christlichen Werten, die ihrer Meinung nach nicht vereinbar seien mit Äußerungen der AfD. „Für mich als Christin ist die AfD nicht wählbar, denn deren Positionen sind mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar“, so Preuschoff. Die Partei spreche bestimmten Menschen ihre Würde ab und stehe damit nicht in der Tradition des christlichen Menschenbildes.
Kirche müsse aber weiter den Dialog suchen. „Wir haben als Kirche die Aufgabe, Menschen nicht auszuschließen, sondern im Gespräch zu bleiben.“ Den populistischen Parolen der Ausgrenzung aber halte die Kirche das Eintreten für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt entgegen. „Diese Werte gründen auf dem christlichen Menschenbild. Ich werbe dafür, dass wir auf der Basis dieser Werte Brücken bauen, statt zu spalten. In Konflikten ist es notwendig, die Würde der anderen zu achten, auch wenn wir ihre Ansichten und Überzeugungen für falsch oder sogar für gefährlich halten.“ Preuschoff wies darauf hin, dass genau dieser Dialog und dieses „Miteinander im Gespräch bleiben“ an vielen kirchlichen Orten geschehe.
Anfang Mai hatten sich bereits die Leitenden Geistlichen der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Bremischen Evangelischen Kirche in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort gemeldet. Sie bekennen sich darin zu den Grundwerten der Demokratie und benennen zugleich die aktuellen Gefährdungen. „Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben“, heißt es.
Die Erklärung warnt vor antidemokratischen Tendenzen in Politik und Gesellschaft und benennt dabei ausdrücklich die Partei AfD: Führende Vertreterinnen und Vertreter der AfD äußerten sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch. Ausdrücklich heben die Leitenden Geistlichen die demokratische Mitverantwortung aller Bürgerinnen und Bürger hervor. Die Kirchen wollen Begegnungen über Unterschiede hinweg fördern und für einen respektvollen Umgang eintreten – auch mit denen, die anders denken, sprechen oder leben. „Unsere Perspektive ist eine menschenfreundliche Gemeinschaft, in der alle nach demokratischen Regeln zum Gelingen des Ganzen beitragen.“
Unterzeichnet ist die Erklärung von Bischof Thomas Adomeit (Oldenburg), Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel (Braunschweig), Kirchenpräsidentin Dr. Susanne Bei der Wieden (Leer), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf (Bückeburg) sowie Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus (Bremen).
Informationen zur kirchlichen Kampagne sind abrufbar unter https://www.evangelisch-in-niedersachsen.de/demokratie
Sonja Domröse, Pressesprecherin Sprengel Stade