Von Taylor Swift bis One Way Jesus

Nachricht Visselhövede, 08. April 2025

Hauke Nebel ist seit einem Jahr Popkantor im Kirchenkreis Rotenburg

Die Kirche in Visselhövede ist voll mit jungen Leuten um die 14 Jahre. Sie stammen aus der Kirchenregion Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede und stehen kurz vor ihrer Konfirmation. Jetzt feiern sie in der St.-Johannis-Kirche zusammen den Salz-der-Erde-Tag – mit Aktionen, Essen und einem Jugendgottesdienst. Bereit und mit erhöhtem Puls sitzen auch sieben junge Musikerinnen und Musiker im Altarraum und warten gemeinsam mit ihrem Leiter auf ihren ersten großen Auftritt. Ihre Band wurde extra für dieses Ereignis gegründet. Laut und frisch erschallen Schlagzeug, Bass, Gitarre, Piano und drei junge Stimmen in der norddeutschen Backsteingotik – alle elektrisch verstärkt. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden wippen fröhlich auf ihren Sitzen und singen mit.

„Wir haben eine Mischung aus weltlichen und modernen Kirchensongs gewählt“, sagt Hauke Nebel, der Bandleader. Taylor Swift und ein Song, der gerade auf Instagram viral geht, waren ebenso dabei wie  „My Lighthouse“ oder „One Way Jesus“. Der junge Musiker ist jetzt seit einem Jahr Popkantor des Kirchenkreises Rotenburg und zieht eine positive Bilanz. „Ich hatte bisher nur positive Rückmeldungen“, sagt der 24-Jährige, der an der Evangelischen Popakademie in Witten sein Bachelor-Studium Kirchenmusik Popular absolviert hatte.

Zu seinen Aufgaben im Kirchenkreis Rotenburg gehört es, mit Projektbands zu arbeiten und auch, bestehende Kirchenbands und -chöre zu unterstützen. Er führt Workshops mit ihnen durch oder begleitet sie bei verschiedenen Proben. Für das Projekt zum Salz-der-Erde-Tag in Visselhövede sind sieben junge Leute im Alter von zwölf bis 25 Jahren zusammengekommen, haben Stücke ausgewählt und in neun mehrstündigen Proben jeweils samstags einstudiert.

„Fünf Stücke sollten wir mindestens vorbereiten. Am Ende sind es sieben geworden“, sagt Nebel, der dieses Mal den E-Bass gespielt hat. Er könnte aber auch die anderen Band-Instrumente besetzen – je nachdem, wo noch Bedarf ist. Seine ersten Erfahrungen mit populärer Kirchenmusik machte er in seiner Konfirmandenzeit in Harsefeld bei Stade. „Damals entwickelte sich aus unserem Konfi-Jahrgang eine Band. Das war total cool“, erinnert sich Nebel. Jetzt hofft er, dass der Funke der Begeisterung für diese Art der Kirchenmusik auf die jungen Musikerinnen und Musiker überspringt, mit denen er gerade über mehrere Monate gearbeitet hat. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Die Kirchengemeinden Scheeßel und Sottrum haben schon angefragt, ob er dort mit den bestehenden Bands arbeiten könne. Und auch, wenn er Orgelvertretungen im Kirchenkreis Rotenburg übernimmt, bringt er seine Musik mit in den Gottesdienst. „Ich spiele dann Piano und zwar meist moderne Sachen“, sagt der Kantor. Er findet, dass populare Kirchenmusik die klassische Kirchenmusik sehr gut ergänzen kann. Und er hat den Eindruck, dass das im Kirchenkreis Rotenburg gut ankommt.

Das nächste große Musikprojekt hat er auch schon wieder im Blick. Im Mai wird es einen Gospel-Workshop für Chor und Band in Scheeßel geben. Bei diesem Workshop wird Nebel vom Jazz- und Kirchenmusiker Micha Keding unterstützt. Am Samstag, 24. Mai, proben beide parallel von zehn bis 17 Uhr. Am Sonntag, 25. Mai, gehen die Proben um 14 Uhr los und enden mit der Gestaltung eines Gottesdienstes um 18 Uhr. Der Workshop richtet sich an alle – junge wie ältere –, die gern singen oder ein Instrument spielen. Für mehr Informationen können sich Interessierte mit dem Popkantor in Verbindung setzen unter hauke.nebel@evlka.de.

Anette Meyer, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Rotenburg