Haushaltsplan und Gebäudebedarfsplan beschlossen, ein Schutzkonzept verabschiedet, dazu die Einrichtung einer Popkantoren-Stelle auf den Weg gebracht: Die Synode des Kirchenkreises Wesermünde hat in ihrer jüngsten Sitzung wichtige Weichen gestellt. Aber das war noch nicht alles.
Denn außerdem wurde ein Antrag aus der Region Nord, die die Orte der Wurster Nordseeküste umfasst, angenommen: Die Kirchengemeinden möchten vorzeitig eine Probedienststelle zum 1. Februar 2026 ausschreiben – also eine Stelle für frisch gebackene Pastor*innen. Hintergrund dieses Antrags, der einstimmig mit nur wenig Enthaltungen beschlossen wurde, ist die personelle Situation in der Region Nord. Wenn im Juni Pastor Andreas Metzner in den Ruhestand geht, ist sein Kollege Stephan Büttner der einzige Pastor in der Region. Seit vergangenem Jahr ist bereits eine Vollzeitstelle ausgeschrieben, bislang konnte diese aber nicht besetzt werden. Ein Grund ist der fehlende Nachwuchs. „Im kommenden Jahr wird es in der Landeskirche Hannovers nur 17 neue Pastor*innen geben“, sagte Superintendent Albrecht Preisler.
Die schlechte personelle Lage betrifft ebenfalls die Gesamtkirchengemeinde Wesermünde Nord-West: Auch hier konnte eine Pfarrstelle, die durch die Pensionierung der Debstedter Pastorin Christa Maschke frei geworden ist, noch nicht wiederbesetzt werden.
Hoffnungsvoll hat die Synode für die Neuschaffung einer Popkantoren-Stelle gestimmt. „Wir erwarten uns bereichernde Impulse für die Gemeinden. Die Rückmeldungen aus Kirchenkreisen, die eine solche Stelle geschaffen und besetzt haben, sind sehr positiv“, berichtete Diakonin Petra Englert. Man sei gespannt, wer sich auf die Position, die bis Ende 2028 befristet ist, bewerbe. Der Umfang beträgt 50 bis 75 Prozent.
Thomas Rogalla aus dem Finanz- und Stellenplanungsausschuss erläuterte den 47 Synodalen den Haushaltsplan, der ein Volumen von rund fünf Millionen Euro umfasst. Positiv sei, ergänzte Superintendent Preisler, dass es der erste Haushalt seit langem sei, der mit einem Plus arbeite.
Einstimmig wurde der Gebäudebedarfsplan verabschiedet. In einem Ampelsystem sind hier die Immobilien der Kirchengemeinden - bis auf die Kirchen - kategorisiert worden: Grün bedeute, so Nicole Blotevogel aus dem Ausschuss für Gebäudemanagement und Klimaschutz, das Gebäude werde vollständig auf dem neuesten Stand gehalten, während in „rote“ Gebäude nicht mehr investiert werde. Insgesamt sei der Bedarf in Sachen Gemeindehäuser im gesamten Kirchenkreis in Ordnung, bestätigte Daniel Mohring aus dem Kirchenamt Elbe-Weser.
Am Ende ihrer Sitzung beschäftigte sich die Kirchenkreissynode mit dem Schutzkonzept Sexualisierte Gewalt, das in den vergangenen knapp zwei Jahren von einer Steuerungsgruppe unter der Leitung von Pastorin Arnhild Bösemann erarbeitet wurde. Der Entwurf wurde einstimmig angenommen und dient nun den Gemeinden als Basis für die Erarbeitung eigener Konzepte. Gina Diesing aus dem Ausschuss Prävention sexualisierte Gewalt wies noch einmal auf die Bedeutung von Grundschulungen hin. Diese haben im Kirchenkreis Wesermünde mittlerweile mehr als 500 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende absolviert, es gibt regelmäßig neue Termine.
Ute Schröder, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Wesermünde